Die Ausgangslage: Technik ist nur die halbe Miete
Nachdem wir in den ersten Schritten die Zeitfresser identifiziert hatten, stand fest, welche Werkzeuge wir benötigen. Wir hatten die Infrastruktur geplant und die Software stand bereit. Doch als Ingenieur weiß man: Eine Maschine bringt keinen Output, wenn niemand sie bedienen kann oder will.
In historisch gewachsenen Betrieben wie der Avantec Zerspantechnik GmbH ist der Satz "Das haben wir schon immer so gemacht, wieso müssen wir uns nun wieder mit einem neuen Tool beschäftigen" oder "Das geht doch aber so viel schneller, als etwas Neues zu lernen" kein Zeichen von bösem Willen, sondern ein natürlicher Schutzmechanismus vor Unsicherheit. Deshalb haben wir schon von Anfang an die Digitalisierung als 50:50-Projekt definiert: 50 % Technik, 50 % Mensch.
Wir haben nicht in sterilen Meetingräumen abstrakte Funktionen erklärt. Die Schulungen fanden direkt an realen, alltäglichen Prozessen statt. Die Mitarbeiter haben an echten Aufträgen gesehen, wie das DMS funktioniert, wozu Mattermost genutzt wird oder wie tägliche Aufgaben in office Programmen effizienter und komfortabler gelöst werden können.
Das oberste Ziel hierbei war es, sofort den persönlichen Mehrwert zu demonstrieren. Beispielsweise, Projektmanagement über ein Kanban-Board in Mattermost. Wiederkehrende Abläufe in Playbooks darstellen, oder das Durchforsten von stapelweise Laufmappen, reduziert sich auf eine oder mehrere digitale Suchanfragen. All das half damit die Skepsis der Akzeptanz weichen kann.
Wir haben das System nicht über Nacht auf alle Abteilungen "gestülpt", sondern den Mitarbeitern Zeit gegeben, sich in geschützten Räumen mit der neuen digitalen Laufmappe und Mattermost vertraut zu machen. Fehler machen war und ist ausdrücklich erlaubt!
Wir haben Ängste vor der neuen Technik ernst genommen. Durch kontinuierliches Zuhören konnten wir Workflows im DMS direkt an die Bedürfnisse der Anwender anpassen.
Das Fazit: Vom Kritiker zum Anwender:
Die sich entwickelnden Erfolge dieser Digitalisierungskampagne kommen nicht nur von einem schnellen Aufsetzen eines Servers. Der Erfolg kommt mit den Momenten in denen die Mitarbeiter anfangen, die neuen Tools proaktiv zu nutzen, um ihren eigenen Arbeitsalltag zu erleichtern. Der größte Erfolg war zu sehen, wenn den Mitarbeitern erst durch die neuen Methoden und Schulungsinhalte klar wurde, wie ineffizient oder kompliziert eine Aufgabe oder ein Prozess gelöst wurde und wie einfach und strukturiert digitale Methoden diese machen können. Es zeigt sich: Neue Werkzeuge bringen nichts ohne das Team – aber ein geschultes Team mit den richtigen Werkzeugen macht ein Unternehmen zukunftsfähig.